Österreich : Woche 2

 

Tag 8: Wanderung durchs Hochmoor am steinernen Meer

Wir stehen spät auf. Wir haben bis spät in die Nacht beim 2:1 von Deutschland gegen die Elfenbeinküste bei der WM mitgefiebert. Bis zum Nachmittag chillen wir am Zelt. Da wir gestern so begeistert von der Kulisse des Hochkönigs waren entscheiden wir uns am Nachmittag eine leichte Wanderung mit Ausblick auf das Steinerne Meer zu machen.

Es ist der längste Tag im Jahr, da langt es aus erst 15 Uhr loszufahren. Nach 45 min Fahrt starten wir unsere Runde am Dientnersattel. 11 km, nur 430 m Höhe, viel Panorama und eine Hütte an der anderen. Gleich nach dem Aufstieg entscheiden wir uns für eine Rast in der Klingelbergalm. Gute Entscheidung. Hier kocht der Chef noch selbst.

Wir essen eine der besten Kaspressknödel-Suppen ever. 50 Knödel formt der Chef pro Tag, sagt er uns. Danach geht es durch verwunschene Wälder, Stege im Moor hoch zur Karbachalm. In der Ferne sehen wir das Dachsteinmassiv. Ein Gewitterdonnern begleitet uns durchs Moor, wir bleiben trocken und freuen uns. Wie wir später feststellen ist ordentlich Regen auf der anderen Seier des Berges runter gegangen.

Auf dem Weg runter gibt es tolle Ausblicke auf den Hochkönig. Zurück am Zelt bereiten wir uns Risotto mit selbst gesammelten, getrockneten Pilzen aus der Heimat zu, dazu österreichische Pfifferlinge und italienischen Parmesan. Wald, Sonne, Natur, das Essen passt zur Stimmung. Den Abend arbeiten wir am Blog, da wir auch in diesen Urlaub unsere Erlebnisse mit allen Interessierten teilen wollen.

 
 

Tag 9: Wanderung im Enzingerboden

Heute geht es wieder in die Hohe Tauern. Wir fahren ins Stubachtal, einem Nebental von Kaprun in westlicher Richtung. Ab Uttendorf schrauben wir uns 700 m eine herrliche kleine, kurvenreiche Straße hoch zum Hochplateau des Enzingerboden. Von hier aus gehen die Lifte zur Weißsee Gletscherwelt. Wir steigen natürlich selber und gondeln nicht per Hilfe in die Höhe um dann nur von der Aussichtsplattform ein Foto zu machen.

Trotzdem gehen wir es heute gemütlich an, nur 6 km, 350 Höhenmeter soll unsere Runde sein. Am Anfang geht es steil durch den Wald. Einmal auf Höhe des Hochmoores geht es durch urwaldartige Feuchtgebiete und mystische Wälder. Im Moor bilden sich kleine Teiche, in denen sich Himmel und Berge spiegeln. An einem exponierten Felsen machen wir Rast mit Blick ins Hochgebirge.

An der Mittelstation am Grün See geht es einen steilen Schotterweg zurück zum Parkplatz. Wir gehen noch Einkaufen und sind pünktlich 19 Uhr zum Fußballspiel am Zelt. Heute spielt Österreich gegen Argentinien. Im österreichischen Radio reden Sie über nichts anderes, wir unterstützen natürlich unseren Gastgeber. Argentinien gewinnt 2:0, die Stimmung bleibt aber gefühlt weiter gut.

 
 

Tag 10: Radtour nach Hochfilzen zur Biathlon Arena

Hochfilzen ist in der Nähe, als Biathlonfans sagt uns das natürlich was. Grund genug um dort mal Vorbeizuschauen und das mit einer schönen Radtour zu verbinden.

Martin sucht eine perfekte Tour raus - knapp 70 km, 630 Höhenmeter. Ist bei der Hitze ein gutes Mass. Start am Campingplatz, nach Saalfelden über Gerling. Entlang der B164 und der Leoganger Arche folgend arbeiten wir uns über tolle Radwege zum Ziel nach Hochfilzen auf knapp 1000 müNN.

Wir fahren am Biathlonstation vorbei, sehen aber eigentlich nichts von der Anlage. Wir haben Hunger. In Hochfilzen hat aber irgendwie nichts offen. Also nehmen wir die rasante Abfahrt auf der Hochkönig Straße nach Leogang. An der Talstation an der Asitzbahn und am Bikepark Leogang finden wir eine quirlige Bar. Die bieten selbstgemachte Pizza und Eistee an und wir können dem Treiben im Bikepark zuschauen. Gut gestärkt, die Bilder zeigen die Größe der Pizza, rollen wir weiter Richtung Saalfelden, diesmal auf der Nordroute mit kleinem Anstieg bei Harham meistern wir die letzten Meter und sind da.

Wir sind jeden Tag komplett durchgeschwitzt wenn wir am Zelt ankommen. Sämtliche T-Shirts und Trikots von Monique zeigen Salzränder. :-D Die Temperaturen erreichen über 30°C, zum Glück kühlt es Abends am See und in 750 müNN immer noch gut aus.

 
 

Tag 11: Wanderung entlang an Hochgebirgs-Stauseen am Kitzsteinhorn

Heute lassen wir uns mal den Berg hoch und runter chauffieren. Eines der must-see´s in Kaprun sind die Hochgebirgsstauseen. Da noch keine Hochsaison ist, hoffen wir auf nicht zu viel Touri-Trubel. Wird sich bestätigen. Wir parken das Auto oberhalb von Kaprun am Kesselfall. Hier steht ein 11-stöckiges Parkhaus versteckt in der Landschaft, das zeigt mit welchen Besucheranstürmen hier gerechnet wird. Das Parkhaus ist auch das Ende der Straße und der Beginn der Besucher-Logistikkette - man kommt nur so hoch oder per Seilbahn oder zu Fuß. Direkt nach dem Parkhaus ist die Kasse und die Haltestelle vom Bus.

Wir haben Glück - wir lösen ein Ticket und steigen gleich in den Bus, der sofort losfährt. Der Bus bringt uns zum Start des Lärchenwand Schrägaufzug, einer Art Standseilbahn. In ca. 5 Minuten überwindet man 431 Höhenmeter. Oben angekommen wartet der nächste Bus und bringt uns auf abenteuerlich schmalen Straßen und Tunneln zur Endhaltstelle Mooserboden. Diese ist direkt an der zweiten, oberen Staumauer.

Es ist nicht wirklich viel los, sobald man sich auf einen Wanderweg begibt ist man praktisch allein. Wir verschaffen uns zuerst einen Überblick vom Aussichtpunkt Höhenburg, welcher mittig zwischen der zweiteiligen Staumauer liegt.

1,5 Stunden wandern wir eine Hochweg auf der Süd-Ost Seite entlang des Ufers. Es geht über zwei Schneebretter und eineige Bachläufe. Die Kulisse ist eingerahmt von über 3000 Meter hohen, verschneiten und teilweise vergletscherten Bergen. Wir selbst sind auf ca. 2000 m, trotzdem fühlt es sich in der Sonne wie 30 °C an, wir sind jetzt daran gewöhnt, also perfekte Bedingungen und gute klare Sicht bei schönem Wechsel aus blauen Himmel und Wolken.

Nach ca. 2/3 der Länge des Sees machen wir Rast. Wir haben wie immer Sitzkissen und Verpflegung mit. Rückzu auf dem gleichen Weg und gleiche Prozedur mit Bus und Schrägaufzug.

Diese "Abfertigung" erfolgt im 20 Minuten Takt, parallel sind die Staumauern und zugehörige Stromversorgung eine riesige Baustelle, ist alles top organisiert.

Den späten Nachmittag verbringen wir am Klammsee oberhalb von Kaprun. So türkises Wasser haben wir bisher nur in Peru gesehen!

Abends gibt es lecker selbstgemachte Wraps. Danach noch chillen, Arbeiten am Blog, Lesen. Gute Nacht.

 
 

Tag 12: Kanufahrt auf dem Zeller See

Wir erreichen heute 34°C. Wandern oder Radfahren tauschen wir deshalb mal gegen entspanntes Paddeln und Baden im See. Man mag es nicht glauben, es ist Tag 12 und wir gehen zum ersten Mal in den See zum Abkühlen :-D. Wir sind eindeutig keine Wasser-Menschen.

Nach dem Frühstück dösen wir erstmal am Zelt. 14:30 Uhr starten wir mit einem Zweier-Kajak unsere Runde. Der Verleih ist direkt neben uns, quasi auf dem Campingplatz. Wir haben Glück noch ein Boot zu bekommen, laut Vermieter sind aktuell "Sport-Wochen" vor den Ferien für österreichische Schüler. Das heißt die Klassen machen Sportausflüge mit Paddeln, Radfahren, Wandern - finden wir cool.

Die letzten zwei Wochen kamen auch jeden früh Schulklassen zum Verleih und sind in Kajaks und Kanus in See gestochen.

Wir fahren erstmal zur Halbinsel am Thumersbacher Park. Dort gibt es eine schönen Badestelle. An dieser Stelle gibt es einen (kalten) Wasserzulauf in den See. Das kalte Wasser mischt sich mit den angenehmen 23 Grad des Sees.

Danach kreuzen wir den See rüber nach Zell am See. Am Westufer geht es zurück zum Campingplatz, vor Abgabe des Bootes erfrischen wir uns nochmal im See. Das Wasser ist super sauber und wir können die Unterwasservegetation bestaunen. Der Boden des Sees ist mit einem Wald an Pflanzen ausgestattet, welcher dafür sorgt, dass die Wasserqualität top ist.

Neben den obligatorischen Schwänen sehen wir noch ein Haubentaucher-Nest auf dem Wasser schwimmen. Die Tiere bauen autark schwimmende Inseln wo Sie Ihren Nachwuchs sicher großziehen.

Nachdem wir das Kaja zurück gebracht haben fährt Martin nochmal zum Werksverkauf der örtlichen Käserei und wir decken uns für die letzten Tage und für Dresden mit regionalen Köstlichkeiten ein.

Abends chillen wir am Zelt, essen lecker Spinatknödel, arbeiten bissl am Blog und freuen uns auf das letzte Vorrundenspiel Deutschlands gegen Ecuador. Deutschland verliert 1:2, egal wir sind für KO-Runde bereits qualifiziert.

 
 

Tag 13 : Apfelstrudel in Saalbach Hinterglemm

36°C. Unser letzter Tag vor der Heimreise. Wir haben schon die letzten beiden Tage ein bisschen Trauer im Herz, dass dieser tolle Urlaub sich dem Ende zuneigt.

Eine letzte Radtour wollen wir trotz der Temperaturen nochmal machen. Gesagt, getan. In Saalbach-Hinterglemm gibt es eine Eisdiele, die Strudel und Eis selber machen, Schleckeria, bei dem Namen müssen wir da hin!

Herrliche Tour entlang des Flußes Saalach durchs Glemmtal. Es geht auf einem schönen Radweg gemütlich und mit wenig Steigung permanent bergauf. In Summe geht es auf ca. 15 km, 350 m bergauf. Gesamt fahren wir heute 45 km.

Wir schauen uns Hinterglemm vom Rad aus an. Viele Hotels, Bars, Restaurants. Voll auf Tourismus eingestellt, aber schick und mit genialer Bergkulisse. Wir essen Apfelstrudel mit Sahne und Vanilleeis, sehr, sehr gut. Rückzu genießen wir die Abfahrt und trudeln zum späten Nachmittag am Zelt ein.

Wir beginnen schon etwas mit Packen und Sortieren. Am letzten Tag gönnen wir uns was und gehen Essen bei uns am Campingplatz ins zugehörige Restaurant.

Das Restaurant ist einer der in-spots am Zeller See. Jeden Abend voll. Publikum reicht von Menschen die aussehen wie Politiker oder bissl Schickeria bis zu Campern wie wir, in Flip-Flops.

Ein DJ spielt live Musik. Wir Essen Fisch und Schnitzel, beides richtig lecker, auf der Karte wird das Küchenteam und die Philosophie des Essens erklärt. Man schmeckt, dass man hier von Profis bekocht wird.

Abends chillen am Zelt, Fussball gucken, Bilder für Blog bearbeiten. Der heutige Tag war ein wunderbarer Abschluss für einen wunderschönen Urlaub.

 
 

Rückfahrt

Wir stehen gegen 7 Uhr auf, Frühstücken. Wir haben unser Kistensystem und sind routiniert. Das Packen geht problemlos, es ist aber schon wieder krass warm. Wir packen alles ins Auto und gehen noch mal duschen.

11 Uhr sind wir abfahrbereit. Wir kaufen beim Bäcker noch ein bisschen Brot und Brötchen, Proviant haben wir uns vorbereitet.

Wir nehmen den gleichen Weg wie auf dem Hinweg. Bei Kufstein verlassen wir Österreich, nach München, Regensburg, Hof und nach Dresden. Gegen 19 Uhr erreichen wir bei drückender Hitze Dresden.

Wir werden den Campingplatz, den Zeller See und das Pinzgau vermissen. Wir haben einige Highlights der Region gesehen - den Großglockner, das steinerne Meer, das Kitzsteinhorn, den Kaiserblick und vieles mehr. Wir nehmen aussließlich postivie Erinnerungen mit und haben schon jetzt ein wenig Fernweh nach “bei uns in Österreich”.

 

Epilog:

Begleitet uns auf unserem nächsten Abenteuer. Im September haben wir erneut 2 Wochen Urlaub. In der ersten Woche wollen wir per Rad die Alpen von Salzburg nach Grado an der italienischen Adria überqueren. Im Anschluss planen wir noch eine Woche Wandern und Radfahren in den südlichen Alpen, hier sind wir aber noch am planen - es bleibt spannend.

 
 
Weiter
Weiter

Österreich : Woche 1