Villanders : Woche 2

 
 

Tag 9: Viehabtrieb auf der Villanders Alm

Wir starten in Villanders und wollen den Bus nehmen – die angegebene Abfahrtszeit stimmt nicht mit dem Fahrplan überein. Wir warten 20 Minuten, der Bus kommt, dann die Enttäuschung: Der Bus lässt uns nicht einsteigen, er ist voll. Zurück zur Unterkunft, Plan B: Mit dem Auto zur Alm hochfahren.

Auf dem Weg nehmen wir ein Paar aus Coswig mit (was für ein Zufall). Wir fahren bis kurz vor das Ziel, eine Anzeige besagt, dass alle Parkplätze auf der Alm belegt sind. Also parken wir 4 km vor dem Ziel und steigen die restlichen 250 Höhenmeter zu Fuß zur Alm auf. Wir erreichen die Alm gegen 12:30 Uhr.

Der Almabtrieb ist leider schon vorbei. Es herrscht Volksfeststimmung. Die Festzelte sind gut gefüllt, es spielt eine Band, Schlutzkrapfen und andere lokale Leckerein werden vor Ort handgemacht. Uns läuft das Wasser im Mund zusammen. Wir beobachten historische Erntemaschinen auf denen Bauern und festlich gekleidete Frauen sitzen.

Mit einem Pfützchen auf der Zunge entscheiden wir uns dazu, in eine Wanderung über die Alm zu starten.

Wir laufen über die Mair in Plun Hütte zur Marzuner Schupfe – dort machen wir Pause für eine kräftige Stärkung: Käseknödel mit Krautsalat und eine erfrischende Schorle. Lecker! Kauend genießen wir den Blick über die Dolomiten. Es geht nicht eindrucksvoller.

Nach 12 km und 450 Hm sind wir zurück an der Gasser Almhütte wo es für Martin ein kühles Bier gibt. Danach bummeln wir entlang einiger Stände mit regionalen Produkten und kaufen Tee, sowie Zirben- und Basilikum-Sirup als Mitbringsel.

 
 

Tag 10: Wanderung um den Peitlerkofel mit Durchstieg der Peitlerscharte

Wir starten mittags am Würzjoch. Die Anfahrt führt über eine schmale abenteuerliche Passstraße. Direkt vor uns erhebt sich der markante Peitlerkofel. Wir wandern zur Peitlerscharte, auf schroffem Fels, der ein Durchstieg auf die andere Seite des Massivs ermöglicht. Oben angekommen, eröffnet sich das Panorama mit Blick auf die schroffen Türme des Peitlerkofel, rechts der Blick zu Zehner- und Neunerkofel und hinaus in den Naturpark Fanes-Sennes-Prags. Angekommen, stellen wir fest, dass wir diese Wanderung schon im Jahr 2021 gemacht haben — damals allerdings in die andere Richtung.

Es fängt an zu regnen. Schnell Regenbekleidung an und weiter, der Durchstieg führt uns durch die Öffnung im Massiv hinunter auf die Ostseite.

Weiter unten machen wir Rast an einer kleinen Heuhütte und stärken uns mit Vesper. Später erreichen wir die Utia Vaciara, wo wir noch eine Pause einlegen: Kaiserschmarrn und eine Schorle sind genau das Richtige, um die Akkus wieder aufzufüllen.

Danach führt der Weg in relativ flachem Gelände zurück Richtung Würzjoch. Auf dem letzten Abschnitt begleitet uns der Peitlerkofel weiterhin, nun zu unserer Linken, und am Horizont zeigt sich zusätzlich der Große Gabler — ein schöner Abschluss für eine Rundtour, die mit 14 km und rund 625 Höhenmetern recht entspannt war.

 
 
 

Tag 11: Radtour zur Seiser Alm

Wir starten um 11:30 Uhr am Info Point und nehmen die Auffahrt zur Seiser Alm in Angriff. Der Einstieg klappt gut, die ersten 8 km und rund 600 Hm zum Compatsch gehen trotz der zunehmenden Wärme zügig voran. Auf der Hochebene fahren wir über die Seiser Alm, bevor ein etwa 6 km langer Schotterabschnitt folgt, auf dem wir unsere Räder wegen zu steiler Passagen und losem Untergrund schieben müssen — das kostet uns ungefähr eine Stunde. Dabei überwinden wir noch einmal gut 200 Hm.

Durch diesen Umstand, finden wir eine kleinen See unterhalb der Seilbahnen von St. Christina, den wir so nicht entdeckt hätten. Hier legen wir eine Pause ein, trinken Cola und essen ein Corny-Riegel zur Stärkung.

Von dort führt unsere Strecke weiter über die Straße hinunter nach St. Ulrich, bevor der harte Anstieg nach Kastelruth beginnt: 5 km mit bis zu 15 % Steigung, ein echtes Brett, das ordentlich Kraft kostet. Deshalb gönnen wir uns in Kastelruth ein hervorragendes Belohnungs-Eis in der Eisdiele Florian und schlendern durch das sehr sehenswerte historische Zentrum — die Kastelruther Spatzen haben wir leider nicht angetroffen.

Danach geht es hinunter zum Kreisverkehr und noch einmal hoch: 2,5 km und rund 200 Hm bis zum letzten Abschnitt dieser Tour. Der Schlussanstieg zurück zum Info Point fordert die letzten Reserven; die Sonne brennt, bevor wir die Runde nach insgesamt etwa 42 km und 1.315 Hm beenden. Wir sind glücklich.

 
 
 

Tag 12: Almenrunde um Vilnöß

Wir starten unsere Wanderung in St. Magdalena am frühen Nachmittag, obwohl der eigentliche Plan anders aussah: Der Parkplatz war schon voll und aus den geplanten 8 km mit 350 Hm wurden am Ende 17 km und 750 Hm.

Nach dem Aufstieg machen wir Rast in der Zanser Schwaige, einer gemütlichen Hütte, und stärken uns mit Hüttenpasta und einem Omelett.

Bei diesem Wanderweg handelt es sich um einen touristisch erschlossenen Weg, aber wir sind überrascht, wie wenig Touristen wir auf dieser Tour antreffen.

Weiter führt der Pfad hoch zum Schüttkegel der Geislergruppe. Auf einem Teil des Adolf Munkel Weges steigen wir zur Geisleralm auf, wo es als Belohnung Topfenstrudel und eine Schorle gibt. Diese Hütte wirkt gastronomisch gesehen eher gehoben. Der Strudel beweist, dass wir zufällig am richtigen Ort gelandet sind.

Auf dem Rückweg nach St. Magdalena passieren wir noch den Fotopoint an der Kirche mit 5€-Einritt (machen wir nicht!) und Drehkreuz, bevor wir schließlich zur Unterkunft zurückkehren.

Insgesamt 17 km und rund 750 Hm haben wir am heutigen Tag absolviert.

 
 
 

Tag 13: Wanderung auf den Pitschberg

Die Wettervorschau sieht nicht so gut aus, doch während der Fahrt zu unserem heutigen Wanderziel verbessern sich die Bedingungen. Mystische Wolken hüllen die Berge und Gipfel stimmungsvoll ein. Wir starten am Parkplatz Cristauta oberhalb von St. Christina und haben Glück, denn unterhalb des offiziellen Wanderparkplatzes war noch ein Platz frei – außerdem ersparen wir uns so die Parkgebühr.

Nach dem ersten kurzen aber steilen Anstieg legen wir eine Pause in der Baita Seurasas auf 2.020 m ü. NN ein.

Es ist bereits 13:00 Uhr. Martin gönnt sich Weißwürste mit Brezel, Monique Krautsalat und Martin teilt seine Brezel mit ihr. Die Hütte ist wunderschön, liebevoll mit Schnitzkunst ausgestattet. Wir genießen den fantastischen Blick in Richtung Gröden.

Danach folgte ein extrem steiler Anstieg zum Pitschberg auf 2.363 m ü. NN. Es fließt der Schweiss, die Lunge pfeift. Oben werden wir mit einem genialen 360°-Blick auf die umliegenden Berge belohnt, darunter die Seceda Alm und das markante Seceda-Massiv – wir genießen den Ausblick in vollen Zügen. Im Jahr 2021 waren wir schon mal auf der Seceda, nun schauen wir vom gegenüberliegenden Berg auf sie.

Wir machen uns an den Abstieg zur Lech Sant Schwaige - er gestaltet sich wieder sehr steil.

Wir beschließen einen weiteren kleinen Stopp an der Hütte zu machen. Die Hütte ist sehr schön und rustikal, dort lassen wir uns noch einen Apfelstrudel schmecken.

Der Rückweg führt über einen herrlichen Rundweg mit immer wieder tollen Blicken ins Grödnertal und auf die umliegenden Gipfel. Insgesamt sind wir 10,5 km und 670 Hm gewandert.

Abends in Villanders runden wir den Tag mit einer leckeren Pizza im Restaurant Rustika ab. Das Restaurant wurde 2025 in Südtirol von über 250 Pizzerien auf Platz 2 gewählt, das schmeckte man. Der Wirt empfiehlt uns das hausgemachte Tiramisu mit Erdbeeren - wir sind begeistert. Der Heimweg führt uns zu Fuss ein paar Höhenmeter zurück zu unserer Unterkunft.

 
 
 

Tag 14 : Törgellen in Klausen

Wir wollen zur “Verlängerung” des Urlaubsgefühls ein paar kulinarische Mitbringsel kaufen. Im Ort Villanders kaufen wir Käse von der Kelderer Käserei, bevor wir in Klausen im De Spar Olivenöl, Essig, Parmesan und weitere Lebensmittel, wie Knödel, Oliven und Balsamico einkaufen.

Wir fahren zurück zur Unterkunft, da Siesta ist, und die Geschäfte in der Gegend geschlossen sind. Die Zeit nutzen wir zum Packen. Danach machen wir uns auf, zu einem Tipp von Karin, unserer Gastgeberin. Wir wollen lokalen Wein kaufen. Im Weingut Oberfurner, bei den Drillingen werden wir fündig. Es wird die Probierbox, mit 6 verschiedenen Weinsorten.

Danach parken wir das Auto in Klausen und starten in eine kleine Wanderung über 200 Höhenmetern hinauf zum Kloster Säben, wo wir die Aussicht und die ruhige Atmosphäre genießen. Es beginnt zu regnen - wir warten den Schauer in der Klosterkirche ab und beginnen den Abstieg in Richtung Klausen zum Törggelen Fest.

Der Regen wird stärker. Wir warten eine Stunde im Auto, bis das Wetter es zulässt, auf das Fest zu gehen. Wir setzen uns ins Festzelt und lassen uns Kartoffelblatteln, Kraut und Würste (Martin) schmecken. Danach bummeln wir durch die Altstadt von Klausen. Wir laufen an verschiedenen Bands, Spielmannszügen und einer Trachtenmodenschau vorbei. Martin gönnt sich ein Pistazieneis (gibt nur hier so Gutes) und zum Nachtisch gibt es Strauben mit Preiselbeeren. Wir sind gesättigt, haben noch ein wenig Kultur mitgenommen und fahren mit dem Auto zurück zur Unterkunft.

 
 
 

Tag 15: Heimfahrt

Unser Tag beginnt früh, 7:30 Uhr treten wir die Heimfahrt an. Auf dem Weg nach Klausen machen wir noch Fotos von der schönen Morgenstimmung.

Wir erreichen Dresden gegen 17 Uhr, ohne Zwischenfälle, ohne Stau. Damit endet diese Reise.

Es waren ereignissreiche und sportliche 2 Wochen. Es war ein Erlebnis welches wir nicht so schnell vergessen und sehr wahrscheinlich wiederholen werden.

 
 
 
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Villanders : Woche 1